Meet the Students:
Nora Grütter
Was machen unsere Studierenden?
Einen Einblick in den Studienalltag von:
Nora Grütter, 3. BA (2024/25)
NORA, Kannst du kurz beschreiben, warum du Film studierst UND WIE DU ZUM Bachelor Video an der HSLU GEKOMMEN BIST?
Bewegte Bilder faszinierten mich schon im Vorschulalter. Mit Schuleintritt folgten erste spielerische Erfahrungen mit Photo Booth, GarageBand, iMovie und anderem mehr auf dem Computer. Mit Zehn bekam ich einen eigenen Camcorder. Erste Erfahrungen mit Final Cut, GoPro auf Helm und Skateboard machten mir Spass. Es folgten iPhone und DSLR, erster Laptop inkl. Adobe Premiere; die Filmwelt verdrängte die Klavierstunden.
In meiner Ausbildung zur Mediamatikerin hatten Film und Fotografie für mich einen hohen Stellenwert. In dieser Zeit festigten sich meine Bedürfnisse, mich nach der Lehre im Bereich Film weiterzubilden. Die Berufsmaturität BM 2 Gestaltung war ein nächster Schritt auf diesem Weg. Bei meinen Recherchen bin ich dann auf die HSLU gestossen. Nach dem Besuch des Infotages war mir klar, dass ich mich bewerben werde. Es war für mich eine grosse Freude, an der HSLU studieren zu dürfen.

DU BIST IM ABSCHLUSSJAHR UND HAST DICH FÜR DAS FOKUSFELD TON ENTSCHIEDEN. KANNST DU ERZÄHLEN, WIE ES DAZU KAM?
Die Entscheidung mein Studium im Bereich Ton abzuschliessen, war auch für mich selbst eine Überraschung. Bei Studienbeginn war ich eigentlich überzeugt, dass ich mit dem Fokusfeld Kamera abschliessen werde. Nach kurzer Zeit verwarf ich diese Idee dann recht schnell, der Filmschnitt trat nun in den Vordergrund. Beim Schneiden des Emmenbrücke-Projektes im ersten Studienjahr habe ich vertieften Einblick in die Montage erhalten. Zudem begleite ich seit Studienbeginn die Sängerin Veronica Fusaro. Mein Auftrag: Erstellung von Recap-Videos ihrer Konzerte im In- und Ausland. Auch da ist die Montage ein wesentlicher Teil der Arbeit.
Warum nun aber der Wechsel zum Fokusfeld Ton? Während meiner Selbststudienzeit im 1. Jahr habe ich alte Super 8 Aufnahmen von meinem Grossvater digitalisiert und künstlich synchron vertont. Aus dem Stummfilm wurde ein Tonfilm, die Aufnahmen erhielten eine ganz neue Aussage. Die Integration von einzelnen Sequenzen dieser vertonten Super 8 Filmszenen in meinen Zweitjahresfilm zeigte mir auf, was für eine Bedeutung und Stellung der Ton in einem Film haben kann. Diese Arbeit hat mir sehr viel Spass gemacht und mich dazu bewogen, mich noch kurzfristig für das Fokusfeld Ton zu entscheiden.

Wie war dein abschlussjahr bisher aufgebaut?
Im ersten Semester des Abschlussjahres war ich vor allem mit einigen externen Projekten beschäftigt und erhielt viele vertiefende Inputs im Bereich Ton. Die Projekte waren unterschiedlich, von Set-Ton zu Audio-Postproduction bis zu Sounddesign. Durch diese praxisbezogenen Arbeiten konnte ich viel Grundlegendes dazu lernen, um z.B. wichtige Prozessabläufe bezüglich dem Set-Ton und der Bearbeitung besser zu verstehen. Ich habe vor kurzem das Sounddesign unseres Abschlussfilmes abgeschlossen. Als nächstes stehen die Bachelor-Präsentationen und die Abgabe der Dokumentation meines Fokusfeldes an.
Gab es Highlights, Herausforderungen oder Erkenntnisse, von denen du uns erzählen kannst?
Mein Highlight des Jahres war das Mitwirken bei Maurices Film «Leontari», unserem Abschlussfilm. Ich konnte als Teil einer Dreiergruppe nach Griechenland reisen und war dort für den Set-Ton verantwortlich. Dazu gehörte unter anderem auch das Suchen und Sammeln von ganz speziellen Tönen und Geräuschen mittels einem Geophone, das extrem niedrige Schwingungen aufnehmen kann.
In der Nachbearbeitung des Tones konnte ich mit meinem Sounddesign einen neuen Wahrnehmungsraum und neue Gefühlsebenen erzeugen.


Eine Herausforderung war oft die Kommunikation bei externen Projekten. Ich habe festgestellt, dass durch das beschränkte Wissen im Bereich Ton, es für Regiepersonen schwierig sein kann zu erklären, was genau ihre Vorstellungen sind oder was sie bei Korrekturen genau meinen und anstreben möchten.
Der Ton hat einen hohen Stellenwert in der Filmbranche, erhält aber leider oft zu wenig Anerkennung. Dies ist mir bei verschiedenen Begegnungen immer wieder bewusst geworden. Ich musste darauf achten, dass ich nicht abgewimmelt oder zurückgebunden werde.
Was mochtest du besonders am Studium?
Ich genoss den angenehmen Umgang unter den Studierenden und den Dozierenden, die Offenheit und den Respekt untereinander. Das Arbeiten in kleineren Gruppen und das Ausprobieren von verschiedenen Rollen ermöglichte es mir ein breitgefächertes Wissen in verschiedenen Bereichen anzueignen. Ich mochte die Theorieblöcke und gleichzeitig die Eigenständigkeit, die erwartet wurde. Ich werde viel mitnehmen, von technischen Workflows bis hin zum experimentellen Arbeiten.
Weisst du schon, wie es nach deinem studium weitergeht?
Nach dem Studium werde ich als Ton- und Videocoach für MediamatikerInnen in Ausbildung in meinem ehemaligen Lehrbetrieb tätig sein. Nebenbei möchte ich noch weiterhin im Bereich Ton, vor allem in der Postproduction oder im Bereich Foley eine Arbeit finden.
