Meet the Students:
Elisa Sofia Theiler
Was machen unsere Studierenden?
Einen Einblick in den Studienalltag von:
Elisa Sofia Theiler, 2. BA (2025/26)
Elisa, wie ist es dazu gekommen, dass du jetzt im BA Video an der HSLU studierst?
Ich hatte vor dem Studium noch keine praktischen Erfahrungen im Film. Meinen Zugang habe ich durch das Fotografieren und meine Arbeit im Theater gefunden. Wirklich dazu ermutigt, mich zu bewerben, wurde ich von meinen Freund*innen im Theater. Ich habe ohne grosse Vorkenntnisse einen Kurzfilm für das Portfolio gedreht und mich beworben – und wurde angenommen.
Was Reizt dich am Medium Film? Hat sich dein Zugang zu Film Verändert seit du Film studierst?
Mich fasziniert die Möglichkeit, Ungreifbares greifbar zu machen und etwas in eine Bildsprache zu übersetzen. Ich habe neue und diverse Zugänge zum Medium Film durch den Unterricht und meine Mitstudierenden entdeckt und durfte so auch meinen persönlichen Zugang darin finden. Das Studium zeigt mir immer wieder aufs Neue, wie wichtig die Zusammenarbeit ist, das Teilen der eigenen Arbeit und darin auch die eigene Vulnerabilität zuzulassen.


Du bist jetzt im 4. Semester – Was war bisher dein Lieblingsmodul?
Beim ganzen Prozess vom Zweitjahresfilm habe ich bisher am meisten für mich gelernt. Es ist das erste grössere Projekt im Studium, so konnte ich die bisher angeeigneten Fähigkeiten, Werkzeuge und all meine gesammelten Inspirationen bündeln und integrieren. Ich konnte wild ausprobieren und mich auch intensiv mit der Technik befassen. Nach jedem Dreh oder praktischem Modul bin ich aber auch froh um eine gute Dosis Filmtheorie bei Johannes Binotto.
ERzähl mehr zu deinem Prozess beim Zweitjahresfilm!
Als Auftakt zur Ideenfindung starteten wir im Oktober in einer Hütte auf der Rigi Während dieser Zeit auf der Rigi und die Wochen danach, haben wir Ideen gesammelt, uns ausgetauscht und unsere Gedanken sortiert und einige auch wieder verworfen. Es gab einen fliessenden Übergang in die Recherche und das Verfassen des Dossiers. Nach vielen Gesprächen, Planung und der Gruppenbildung ging es im Januar los mit der Drehphase. Während fünf Wochen durfte ich meinen Film realisieren und bei den Projekten von Jaden und Sarah aus meiner Klasse mitarbeiten. Ich schlüpfte also innert kurzer Zeit abwechselnd in die Rolle der Regie, Kamera-, Licht- und Soundperson. Nach der Drehzeit starteten wir direkt mit der Montage des eigenen Filmes. Während der Schnittphase haben wir ausprobiert, unsere Projekte auf den Kopf gestellt, neue Möglichkeiten gefunden und uns ein Bewusstsein geschaffen, wie wir mit dem eigenen Material umgehen. Nach einer kurzen Sound Design Phase hiess es dann auch schon abgeben und präsentieren.

Die Präsentationen fanden im Kino statt, vor der Klasse und Dozierenden. Wir haben für jeden Film einen Raum für Austausch kreiert. Das Zeigen des eigenen Filmes kann sehr intensiv und emotional sein. Den Film zu zeigen, bietet aber auch Platz für Austausch, neue Impulse und anregende Gespräche.

Dein Projekt heisst «BODIES OF WATER», worum geht es in deinem Zweitjahresfilm?
In meinem Zweitjahresfilm habe ich mich mit dem sehr grossen und abstrakten Thema des Hydrofeminismus befasst. Ich hab versucht, diese feministische Theorie in Körper zu übersetzen. Konkreter gesagt: Ich habe die filmische Umsetzung der Idee spannend gefunden, dass unsere Körper von einer Membran umgeben sind, ohne die wir verfliessen würden.
Als Ausgangslage habe ich meine Auffassung vom aktuellen (Körper-)Zustand unserer Gesellschaft – dem verhärteten Zustand – gewählt und mir die Frage gestellt, wie es wohl aussehen würde, wenn wir diese Membran befeuchten und durchbrechen würden und wie dieses fluide Form aussehen könnte.

Ich bin enorm stolz auf den Raum, den wir während dem Dreh als Filmteam mit den Performenden gemeinsam geschaffen haben. Wir haben es geschafft, ein Körpergefühl, das sehr abstrakt ist, in eine eigene Sprache zu übersetzen und einzufangen. Der Dreh hat mir einen neuen Zugang zum Filmschaffen, zur Regiearbeit und Zusammenarbeit gegeben. Diese Erfahrungen darf ich jetzt in mein Abschlussjahr im Fokusfeld Regie mitnehmen und hoffe für den Diplomfilm sehr, wieder einen solchen Raum öffnen zu können.