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Meet the students: Joe Berger

Meet the students: Joe Berger

Was machen unsere Studierenden? Einen Einblick in den Studienalltag von:
Joe Berger, 3. BA Jahr (2019)

  1. Du bist im dritten Jahr deines Bachelor Studiums und hast dich für das Fokusfeld Schnitt entschieden. Kannst du kurz umschreiben, warum du dich für dieses Fokusfeld entschieden hast? Was fasziniert dich am Schnittprozess beim Film?

Ich habe dank den Grenzgängerfilmen gemerkt, wo mein Interesse und wo die Freude für mich im Film liegen. Am Schnittplatz habe ich einen Topf mit dem ich arbeiten muss. Natürlich ist auch hier noch vieles möglich, jedoch gefällt mir die Ausgangslage, damit einen Film machen zu müssen. Während man beim Dreh noch überlegt, ob man nun wirklich alles hat, habe ich am Schnittplatz (im Normalfall) meist genau dieses Material zur Verfügung, was vor mir liegt. Ich habe weiter gemerkt, dass mich formelle Fragen stärker beschäftigen als inhaltliche. Damit ist gemeint, dass ich weniger ein Interesse an einer spezifischen Geschichte oder Thematik habe, sondern eher, wie man diese Geschichte am besten und vielleicht auch neu erzählen kann.

Joe zusammen mit Studienkollegin Katarina Tereh beim Dreh seines Grenzgängerprojekts.

Joe zusammen mit Studienkollegin Katarina Tereh beim Dreh seines Grenzgängerprojekts.

2. Vor kurzem hast du deine schriftlichen Bachelorarbeit verfasst. Kannst du kurz erläutern, was die Thematik deiner Arbeit ist und mit welchen Fragen sie sich beschäftig?

Meine Bachelorarbeit ist in zwei Teile aufgeteilt; einen schriftlichen Teil und ein Video Essay. Ich habe anhand der 2018 erschienenen Serie Sharp Objects untersucht, wie auch die Serie in ihrer Form Teil des Traumas der Protagonistin ist. Erinnerung und Film haben filmgeschichtlich stark miteinander zu tun. So weit sogar, dass Film die Psychoanalyse mit Begriffen wie Flashback direkt beeinflusst hat. Meine Arbeit zeigt spezifische, filmische Mittel auf, die in der Serie verwendet wurden, um der Darstellung von Trauma und unserem Empfinden davon, so nahe zu kommen. Was im schriftlichen Teil wissenschaftlich unterlegt ist, wird im Video Essay auf poetische Weise aufgenommen. 

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3. An welchen Projekten innerhalb und ausserhalb des Studiums arbeitest du in diesem Jahr?

 

Ich habe mich zu Beginn des Semesters stark mit der Digitalisierung von VHS-Kassetten auseinandergesetzt. Teils waren dies Familienfilmchen, wie das Hochzeitsvideo meiner Eltern. Zudem habe ich zusammen mit Kathleen Moser auch alte Tierdokus (Eyewitness: Sharks) digitalisiert und die Bänder zudem manuell absichtlich beschädigt, um beim erneuten Einlesen analog Glitches feststellen zu können. Erstaunlich war, wie vor allem die Tonspur grossen Schaden (Kratzer mit Nadeln) scheinbar gut überstanden hat, während die Bildebene viel sensibler auf unser Einwirken reagiert hat. 

Weiter konnte ich mit Alumni Michèle Flury an ihrem neusten Projekt arbeiten, welches wir im kommenden Juni nochmals anpacken. Dieser Film ist besonders anspruchsvoll, da Michèle eine Fülle an Material hat, aber kein konkretes Drehbuch. Der Film kann eine Vielzahl Formen und Richtungen annehmen, aber wir müssen uns entscheiden, um auch an einen fertigen Film zu gelangen. Da Michèle vor allem eine Gefühlswelt und Zustände zeigen möchte, beansprucht der Film viel Zeit, um kleinste Details und Finessen zu analysieren und in einer wiederum sinnvollen oder Sinn verstärkenden Reihenfolge zu bringen. Zudem war die enge Zusammenarbeit mit der Regie eine neue Erfahrung für mich, da ich bislang meist alleine am Schnittplatz arbeitete. 

Und nun, kurz vor den Abschlussfilmen, arbeitete ich an einem Teaser von Manolo Zacate von der ZHDK. 
Dies war vor allem eine spannende Erfahrung, da es für mich mein erstes Fiction Projekt mit klarem Drehbuch war. Es handelte sich hierbei um eine Romanze zwischen einem "Alien", der sich in eine junge Schauspielerin verliebt. Jedoch teilen sie nicht denselben Planeten und zudem weiss sie nicht, dass er existiert. Es geht also stark um Voyeurismus und wie sie diesen trotzdem irgendwie wahrnimmt. Der Teaser fungiert für Manolo als Werbung, um damit Gelder für den eigentlichen Film beantragen zu können. Ich konnte ihm zwar nur 2 Wochen anbieten, aber in dieser Zeit ist sehr viel gegangen. Relativ früh merkten wir, dass die Drehbuchfassung nicht funktionierte. Ich habe selbstständig an Alternativen gearbeitet. Eine davon hat ihm besonders gefallen und wird nun, leicht abgeändert, die endgültige Fassung des Teasers. Ich hatte also trotz Drehbuch einen grossen, auch kreativen Einfluss auf das Endergebnis. Ich war überrascht, wie gut die Kommunikation war, obwohl wir uns stets nur per E-Mail austauschten. 

Nun steht der Abschlussfilm von Nadine Widmer an, welche ein Portrait eines Nicht-Bio-Bauern macht. Der Film wird Interviewsequenzen und Aufnahmen des Bauernhofs beinhalten. Ich freue mich darauf, hierbei konkrete Informationen vermitteln zu müssen und mich in die Welt des eher "klassischen" Dokumentarfilms zu bewegen. Hier ist ein klares Ziel vorhanden. Es geht nun darum, eine sinnvolle und wie bei Frage 1 erwähnt, hoffentlich neue Art zu finden, einen Schweizer Bauer abzubilden.

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4. Wie siehst du deine zukünftige Arbeitssituation? Möchtest du in der Filmbranche weiterarbeiten?

 

Mich erwartet nach dem Studium noch etwas Zivildienst im Botanischen Garten in Basel, worauf ich mich auch sehr freue. Aber dieses letzte, produktive Jahr an der HSLU hat für mich bestätigt, dass ich ein Interesse daran habe, weiterhin im Film und besonders im Schnitt zu arbeiten. Ich könnte mir auch vorstellen, im Ausland (englisch sprachiger Raum) Arbeit zu suchen, weitere Praktika zu machen, oder mich vielleicht künftig für einen Master-Studiengang in Schnitt zu bewerben. 

GOOD NEWS!

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Meet the alumni: Jela Hasler

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